Heilpilze und Viren: Forschung

Heilpilze und Viren: Forschung

Antivirale Wirkungen der Heilpilze: Forschungsbericht

Der größte Teil der Forschungen über die gesundheitlichen Vorteile von Heilpilzen fokussierten sich auf Krebs, aber in der traditionellen Medizin wurden sie ebenso verwendet, um Virusinfektionen vorzubeugen, erleichtern und zu behandeln. Wie wir sehen werden, überlappen sich die Antivirus- und Antikrebswirkungen von Heilpilzen; Heilpilze verstärken die Immunantwort, was Krebs und Viren beeinflusst.

In den 1950er Jahren erforschten Cochran und Lucas die Antivirus-Wirkungen von Heilpilzen: sie fanden heraus, dass Calvatia gigantea (Riesenbovist) und Agaricus campestris (Wiesenchampignon) Mäuse vor Poliomyelitisvirus schützt.

Calvatia gigantea beinhaltet Calvacine, eine Verbindung mit einer starken Anti-Krebs- und Anti-Virus-Aktivität hat (aber er kann nicht verwendet werden, weil er unakzeptable Nebenwirkungen hat).
Der Calvatia gigantea (Riesenbovist) kann mitunter 150 cm im Durchmesser betragen und bis zu 20 Kilogramm wiegen. Der Pilz ist essbar, wenn er jung ist. Er beinhaltet Calvacine, eine Verbindung, die eine Anti-Krebs- und Anti-Virus-Aktivität hat (aber er kann nicht verwendet werden, weil er unakzeptable Nebenwirkungen hat).

Im Jahre 1966 entdeckten Cochran u. A., dass Boletus edulis (Steinpilz), Calvatia gigantea (Riesenbovist), Suillus luteus (Butterpilz), Lentinus edodes (Shiitake, Pasaniapilz), und Piptoporus betulinus (Birkenhautporling) wirksam die Grippe verursachenden Grippenviren bekämpft.

Die japanischen Wissenschaftler konzentrierten sich auf die Grippe und natürlich auf Shiitake:

  1. Mitte der 1970er Jahre isolierten Yamamura and Cochran die aktive Verbindung AC2P, die Orthomyxoviridae hemmt. Orthomyxoviren sind eine Familie von RNA-Viren, die 3 Grippevirengattungen umfasst, die alle menschlichen, Vogel- und Schweinegrippenviren beinhaltet; Isaviren, die Verluste in der Lachszucht verursachen kann; Thogotoviren und Quaranjaviren, die durch Zecken und Stechmücken übertragen werden können.
  2. Mori fand Teilchen, die eine Ausscheidung von menschlichen Interferonen erhöhen, d.h. der Körper reagiert auf sie, als wären sie viralen Ursprungs und verstärkt die Immunsystemantwort.
  3. Suzuki u.a. entdeckten, dass in Shiitake-Sporen gefundene RNA die Interferon-Produktion stimuliert. Ebenso, dass Shiitake-Pilz den Myzelienextrakt KS-2 beinhaltet, der hilft, der Grippe vorzubeugen und sie zu behandeln.

Die Forschung konzentriert sich auf die Grippe und der Wert dieser Entdeckungen ist evident, wenn wir das Ausmaß dieses Problems berücksichtigen. Saisonale Gruppenepidemien und gelegentliche Pandemien (weltweite Epidemien) – mit bereits bekannten Stämmen oder neuen, neu entstehenden, wie Vogel- und Schweinegrippe – infizieren einen großen Anteil der menschlichen Bevölkerung, resultieren in 3-5 Millionen Fällen von schweren Krankheiten und verursachen jedes Jahr 250.000-500.000 Tote. Im 20. Jahrhundert traten drei Grippepandemien auf: die Spanische Grippe im Jahre 1918, die asiatische Grippe im Jahre 1958 und die Hong Kong –Grippe im Jahre 1968. Jede von ihnen resultierte in mehr als einer Million Toten. Die Spanische Grippe im Jahre 1918 war eine der tödlichsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Menschheit: sie infizierte 500 Millionen Menschen und tötete 50-100 Millionen (3 – 5 % der gesamten menschlichen Bevölkerung dieser Zeit).

Ein Spanischer Grippe-Poster mit Anleitungen, die Ausbreitung zu reduzieren
Ein Poster von der Spanischen Grippe-Pandemie aus dem Jahre 1918. Die Spanische Grippe infizierte ca. 500 Millionen Menschen und tötete 50-100 Millionen. Jedes Jahr tötet die Grippe weltweit 250.000-500.000 Menschen. Niemand weiß, wann die nächste Pandemie erfolgen wird.

Der Fokus von der Grippe hat sich jedoch auf die, im Jahre 1981 deklarierte AIDS- Epidemie und die Entdeckung des HIV-Virus im Jahre 1983 verlagert.

Dr. Tadao Aoki berichtete im Jahre 1983 über eine 57 Jahre alte Frau, die mit Lentinan behandelt wurde. Die Frau war ein Brustkrebspatient, die wahrscheinlich durch eine Bluttransfusion während der Operation infiziert wurde. Zu dieser Zeit wurde sie mit Lentinan wegen des Krebses behandelt. Nach einer 5 monatlichen Behandlung wurde sie HIV negativ, die Anzahl der T-Helfer-Lymphozytenzellen (CD4 T-Zellen) verbesserte sich stark, während die Aktivität von natürlichen Killerzellen (NK) von 36 % auf 80.8 % gestiegen ist. Drei Jahre später war sie noch immer gesund und benötigte keine weitere medizinische Behandlung.

Dr. Aoki beschrieb die antivirale Aktivität von Lentinan bei HIV –Patienten bei der 3. Internationalen Immunpharmakologie -Konferenz in Florenz, Italien in 1985. Er betonte, dass sich die Patienten oft nach nur 2 Wochen gesund fühlen, aber dass die Symptome fast immer zurückkehren, wenn Lentinan nicht mindestens 6 Monate eingenommen wird.

Shiitake (Pasaniapilz) wächst auf einem Baum
Lentinan ist einer der aktiven Beta Glucane aus Lentinus edodes (Shiitake, Pasaniapilz). Dr. Tadao Aoki fand zufällig heraus, dass Lentinan, das bereits gegen Krebs verwendet wurde, auch HIV hemmt. Er empfahl es mindestens 6 Monate zu verwenden, wonach die Dosis gesenkt werden kann.

In den späten 1980er Jahren fanden Tochikura, Nakashima und Yamamoto von der Universität Yamaguchi wirksame Mittel gegen vier HIV-1-Stämme und einen HIV-2-Stamm. Sie entdeckten, dass Lentinan Sulfat HIV –Zelle- zu- Zelle-Infektion 85.9% – 96.9% blockiert. Der Extrakt von Shiitake Mycelium (LEM) hemmt die Zelle-zu-Zelle-Infektion zu ähnlichen Anteilen und so tut es PSK aus dem Heilpilz Trametes versicolor (= Coriolus versicolor, Bunter Porling). Das steht zu einem scharfen Kontrast zu der Wirksamkeit von AZT (Zidovudin, Azidothymidin, Markenname: Retrovir) – das erste offizielle antiretrovirale Mittel für HIV/AIDS – welches die Transmission von Zelle zu Zelle um nur 2.8-10.2% hemmt. Jedoch wird AZT noch immer verwendet; und es gibt keine Anti-HIV-Mittel aus Heilpilzen. Tochikura, Nakashima, und Yamamoto publizierten diese Resultate im Jahre 1989 in dem Journal of AIDS (JAIDS) (Wolters Kluwer, New York).

Bunter Porling, Heilpilz auf einem Baumstumpf
Der Heilpilz Trametes versicolor (= Coriolus versicolor, Bunter Porling) enthält den aktiven Wirkstoff PSK, welcher die Virus-Zelle-zu-Zelle-Infektion blockiert, die Adhäsion des Virus zu den Lymphozyten verhindert und die Interferon-Produktion stimuliert.

Antivirale Medikamente müssten mit Lentinan (und anderen aktiven Pilz-Wirkstoffen) kombiniert werden. Zum Beispiel fand Kaneko heraus, dass Lentinan und AZT gemeinsam verwendend HIV 5- 24 Mal wirkungsvoller hemmt als AZT alleine (abhängig von dem Virusstamm).

PSK (aus Trametes versicolor) hemmt auch HIV Infektionen, indem er Virusrezeptoren modifiziert und die Adhäsion des Virus zu den Lymphozyten verhindert. Zusätzlich stimuliert PSK die Interferon-Produktion, was eine allgemeine antivirale Wirkung hat.

In den späten 1980er Jahren berichteten Dharmananda und B. K. Kim, dass Ganoderma lucidum (Glänzender Lackporling)- Polysaccharide seropositiven Patienten hilft.

Gleichzeitig berichteten verschiedene amerikanische Ärzte über Verbesserungen bei Patienten mit Kaposi-Sarkom und anderen AIDS-verwandten Symptomen, nachdem sie den Grifola frondosa (Maitake, Laubporling) – Extrakt verwendet haben.

Bildquelle: Flickr (Norman Mackenzie – Calvatia gigantea), Getty Images (Grippe Plakat)